Kanalreinigung

Rückstau im Keller: Was tun? Sofortmaßnahmen und Ursachen

Daniel Zeiß

Inhaber

Ein Rückstau im Keller bedeutet: Abwasser drückt aus dem Kanal oder aus einer verstopften Grundleitung zurück ins Haus und tritt am tiefsten Punkt aus, meist am Bodenablauf, an der Waschmaschine oder am Keller-WC. Die ersten Schritte sind immer gleich: kein Wasser mehr ablassen, Strom im betroffenen Bereich abschalten, nichts ohne Handschuhe anfassen, Fotos machen, Fachbetrieb anrufen. Ob die Ursache im öffentlichen Kanal oder in Ihrer eigenen Leitung liegt, erkennen Sie an wenigen Anzeichen. Genau die schauen wir uns hier an.

Was ist ein Rückstau im Keller überhaupt?

Wasser auf einem Betonboden im Untergeschoss, im Hintergrund eine Treppe
Foto: David Yu / Pexels

Im Juni 2021 ist die Feuerwehr Bad Dürkheim in einer einzigen Nacht zu rund 160 Einsätzen ausgerückt. In der Gerberstraße war die Isenach übergetreten, in Ungstein hielt der Kanal den Wassermassen nicht mehr stand. Wenige Tage später traf es Freinsheim, Erpolzheim und Weisenheim am Sand erneut. Wer damals einen Keller unter Straßenniveau hatte, kennt das Bild: Das Wasser kommt nicht durch die Wand, sondern aus dem Abfluss.

Das ist der Kern eines Rückstaus. Das Kanalsystem ist so gebaut, dass Abwasser mit Gefälle zur Straße abfließt. Wenn der Kanal voller ist als Ihre Leitung, dreht sich die Richtung um. Das Abwasser sucht sich den tiefsten offenen Punkt, und der liegt fast immer im Keller.

Die Rückstauebene, einfach erklärt

Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der Abwasser aus dem Kanal zurücksteigen kann. In der Regel ist das die Oberkante der Straße vor Ihrem Haus. Alles, was darunter liegt, also Kellerabläufe, Waschküche, Gäste-WC im Souterrain, Kellerabgänge, ist bei einem Rückstau gefährdet. Alles, was darüber liegt, bleibt trocken. Der Zweckverband Abwasserentsorgung Rheinhessen beschreibt das als Gesetz der kommunizierenden Röhren: Der Wasserstand im Haus steigt, bis er dem Wasserstand im Kanal entspricht.

Warum immer der Keller zuerst betroffen ist

Weil er der tiefste Punkt ist. Bei einem Rückstau tritt das Wasser nicht in der Küche im Erdgeschoss aus, sondern dort, wo die Leitung am nächsten am Kanalniveau liegt. Deshalb sind Bodenabläufe in der Waschküche die klassische erste Stelle. Wer dort einen Gully ohne Rückstausicherung hat, hat im Ernstfall keine Barriere.

Rückstau im Keller: was tun in den ersten 30 Minuten?

Ein Abwasserproblem kündigt sich selten langsam an. Meist steht das Wasser schon, wenn Sie es bemerken. In genau solchen Momenten brauchen Sie keine Experimente, sondern eine klare Reihenfolge.

Funktioniert

  • Kein Wasser mehr ablassen. Keine Toilette spülen, keine Waschmaschine, keine Dusche. Alles, was Sie jetzt ins Rohr geben, kommt im Keller wieder raus.
  • Strom im betroffenen Bereich abschalten. Sicherung raus, bevor Sie den Keller betreten. Steckdosen und Geräte in Bodennähe sind das eigentliche Risiko.
  • Nichts ohne Schutz anfassen. Rückstauwasser ist Abwasser, oft mit Fäkalien. Gummistiefel und Handschuhe, kein Barfußgang.
  • Fotos und Uhrzeit festhalten. Wasserstand, betroffene Gegenstände, Datum. Das braucht die Versicherung später.
  • Fachbetrieb anrufen. Wir geben bereits am Telefon eine erste Einschätzung und sagen Ihnen, ob Sie auf uns warten sollten oder ob die Feuerwehr zuerst pumpen muss.

Funktioniert nicht

  • Chemischer Rohrreiniger. In stehendes Abwasser gekippt wirkt er nicht und macht den Einsatz für uns gefährlicher.
  • Selbst aufpumpen bei Fäkalwasser. Tauchpumpen aus dem Baumarkt sind für klares Wasser gedacht. Feststoffe setzen sie zu.
  • Rückstauklappe von Hand öffnen. Wenn eine Klappe geschlossen ist, hat sie gerade ihren Job gemacht. Aufhebeln bringt das Wasser erst recht ins Haus.
  • Abwarten, ob es von selbst weggeht. Bei Kanalüberlastung nach Starkregen kann das passieren. Bei einer Verstopfung in der eigenen Leitung wird es nur schlimmer.

Tipp vom Profi

Schauen Sie aus dem Fenster, bevor Sie in den Keller gehen. Steht Wasser auf der Straße, drückt es aus Gullys nach oben, haben die Nachbarn dasselbe Problem? Dann ist der öffentliche Kanal überlastet. Ist draußen alles trocken und nur bei Ihnen läuft es zurück, liegt die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit in Ihrer Grundleitung. Diese eine Beobachtung entscheidet darüber, wer als Erstes kommen muss.

Kommt das Wasser aus dem Kanal oder aus Ihrer eigenen Leitung?

Überflutete Straße in einer europäischen Altstadt nach Starkregen
Foto: Valentin Ivantsov / Pexels

Viele Kunden fragen uns am Telefon genau das. Die Antwort bestimmt, was danach passiert.

Anzeichen für einen überlasteten Kanal

  • Es hat gerade stark geregnet oder regnet noch
  • Wasser steht auf der Straße, Gullydeckel werden angehoben oder sprudeln
  • Nachbarn melden ebenfalls Wasser im Keller
  • Das Wasser geht nach dem Regen langsam von selbst zurück

In diesem Fall können wir die Ursache nicht beseitigen, der Kanal gehört der Kommune. Was wir tun können: prüfen, ob Ihre Rückstausicherung funktioniert hat, und sie nachrüsten, wenn keine da ist.

Anzeichen für eine Verstopfung in Ihrer Grundleitung

  • Trockenes Wetter, kein Regen in den letzten Tagen
  • Mehrere Abflüsse im Haus laufen gleichzeitig schlecht ab
  • Gluckern in Toilette oder Abfluss, wenn woanders Wasser läuft
  • Das Problem kam schleichend und ist schon einmal aufgetreten

Das ist der Fall, in dem wir die Ursache dauerhaft beseitigen können. Wie ernst das werden kann, zeigte ein Einsatz in Ludwigshafen am Rhein: Ein Hausbesitzer entdeckte morgens Rückstau im Keller, draußen war es trocken. Unser Team war kurz darauf vor Ort, hat die Grundleitung per Kamera geprüft und die Blockade noch am selben Vormittag entfernt. Ohne die schnelle Reaktion wären die Schäden am Bodenbelag deutlich größer geworden.

Genau dafür setzen wir zuerst auf die Kamerainspektion der Grundleitung. Erst wenn wir sehen, was im Rohr sitzt, wissen wir, ob Spülen reicht oder ob mehr nötig ist.

Welche Ursachen stecken hinter einem Rückstau?

Regenwasser strömt bei Starkregen über einen Hauseingang
Foto: Jean-Marc Bonnel / Pexels

Starkregen und überlastete Mischkanäle

In vielen Orten der Vorderpfalz laufen Regen- und Schmutzwasser im selben Kanal. Bei 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, der Schwelle für unwetterartigen Starkregen, ist ein solches System schnell voll. Kein Kanalnetz ist darauf ausgelegt, jeden Wolkenbruch sofort abzuleiten. Der Bundesgerichtshof hat bereits 2004 entschieden, dass Kommunen bei außergewöhnlichem Starkregen nicht für Rückstauschäden haften. Der Schutz des eigenen Kellers liegt beim Eigentümer.

Fett, Wurzeln und Ablagerungen in der Grundleitung

Das ist die Ursache, die wir am häufigsten sehen. Entlang der Weinstraße liegen viele Grundleitungen aus Ton oder Gusseisen, teils 50 Jahre und älter. Wurzeln alter Bäume wachsen durch Muffen ein, Kalk aus dem harten Wasser setzt sich ab, Fett aus der Küche baut über Jahre eine Schicht auf. Irgendwann reicht ein Stück Küchenrolle, und die Leitung ist dicht. Eine professionelle Kanalreinigung mit Hochdruck löst solche Ablagerungen vollständig, statt sie nur weiterzuschieben.

Fehlende oder defekte Rückstausicherung

Viele Häuser aus den 60er bis 80er Jahren haben im Keller einen Bodenablauf ohne Rückstauverschluss. Andere haben eine Klappe, die seit dem Einbau niemand geöffnet und gereinigt hat. Eine verklemmte oder verschmutzte Klappe schließt im Ernstfall nicht. Wir prüfen das bei jedem Rückstau-Einsatz mit.

Zahlt die Versicherung bei Rückstau?

Kurz gesagt: nicht automatisch. Rückstauschäden sind in vielen Wohngebäude- und Hausratversicherungen nur über den Elementarschutz oder eine eigene Rückstauklausel abgedeckt. Und selbst dann verlangen viele Versicherer, dass eine funktionierende Rückstausicherung vorhanden war. Wer keine hat, bleibt laut Energie-Fachberater oft auf den Kosten sitzen.

Wir sind keine Versicherungsberater. Was wir tun können: den Zustand Ihrer Leitung und Ihrer Sicherung dokumentieren, damit Sie gegenüber der Versicherung etwas in der Hand haben. Fragen Sie Ihren Versicherer konkret nach „Rückstau“ und „Elementarschäden“, das sind zwei getrennte Bausteine.

So läuft der Einsatz bei Zeiß ab

Nahaufnahme der Hände eines Handwerkers mit Werkzeug an einer Rohrleitung
Foto: Anıl Karakaya / Pexels

Als Fachbetrieb aus Weisenheim am Sand sind wir in Bad Dürkheim, Grünstadt, Deidesheim und dem Umland kurz unterwegs. Im Einsatzgebiet treffen wir in vielen Fällen innerhalb von etwa 60 Minuten ein.

  1. Telefonische Ersteinschätzung. Sie beschreiben, was Sie sehen. Wir sagen Ihnen, was Sie bis zu unserer Ankunft tun sollten.
  2. Kamerainspektion. Wir schauen in die Grundleitung, bevor wir irgendetwas spülen. So wissen wir, ob es Wurzeln, Fett, ein Rohrversatz oder eine geschlossene Klappe ist.
  3. Hochdruckspülung. Ablagerungen und Blockaden werden mechanisch gelöst und abtransportiert, ohne Chemie und ohne Aufgraben.
  4. Ursache dauerhaft beseitigen. Bei Wurzeleinwuchs fräsen wir, bei Rohrschäden besprechen wir eine Sanierung von innen. Vor größeren Maßnahmen stimmen wir alles transparent mit Ihnen ab.
  5. Rückstausicherung prüfen. Ist eine da? Schließt sie? Wenn nicht, sagen wir Ihnen, was zu tun ist.

Ein Kunde aus dem Einsatzgebiet hat es einmal so beschrieben: morgens angerufen, mittags war das Problem gelöst. Das ist der Anspruch, mit dem wir zu jedem Rückstau fahren. Für Kanalreinigung in Bad Dürkheim und Kanalreinigung in Grünstadt haben wir eigene Seiten mit den Besonderheiten der jeweiligen Leitungen vor Ort.

Häufige Fragen zum Rückstau im Keller

Wie erkenne ich einen Rückstau frühzeitig?

Erste Anzeichen sind Gluckern in der Toilette, wenn die Waschmaschine abpumpt, langsam ablaufende Abflüsse im Keller und ein Kanalgeruch, der nach dem Lüften wiederkommt. Wenn zwei dieser Punkte gleichzeitig auftreten, lohnt sich ein Anruf, bevor Wasser steht.

Darf ich bei Rückstau die Toilette benutzen?

Nein, solange Wasser im Keller steht. Jede Spülung im Haus landet im Keller. Wenn Sie eine Hebeanlage haben, ist das anders, dann pumpt sie das Abwasser über die Rückstauebene. Bei einer einfachen Rückstauklappe müssen alle Abflüsse ruhen, bis der Rückstau vorbei ist.

Wer ist zuständig, Stadt oder Eigentümer?

Für den öffentlichen Kanal die Kommune, für alles ab dem Hausanschluss Sie als Eigentümer. Die Pflicht, Räume unterhalb der Rückstauebene zu sichern, liegt ebenfalls beim Eigentümer. Das steht in den meisten Entwässerungssatzungen der Verbandsgemeinden.

Brauche ich eine Rückstauklappe?

Wenn Sie einen Abfluss im Keller haben, der unterhalb der Straßenoberkante liegt: ja. Eine Rückstauklappe reicht, wenn Sie auf die Kellerabflüsse während eines Rückstaus verzichten können. Wenn im Keller eine Wohnung, eine Toilette oder eine Waschküche in Betrieb bleiben muss, ist eine Hebeanlage die sicherere Lösung.

Wie lange dauert es, bis der Keller wieder nutzbar ist?

Die Reinigung der Leitung dauert meist wenige Stunden. Das Trocknen des Kellers ist ein eigenes Thema und hängt davon ab, wie lange das Wasser stand und welche Materialien betroffen sind. Wir stellen bei Bedarf den Kontakt zu einem Trocknungsbetrieb her.

Was kostet ein Rückstau-Einsatz?

Das hängt davon ab, was in der Leitung sitzt und wie lange die Reinigung dauert. Wir geben bereits am Telefon eine erste Einschätzung und stimmen vor umfangreichen Arbeiten alles mit Ihnen ab. Der erste Anruf und die telefonische Einschätzung sind kostenlos.

Ruhe beginnt mit einem Anruf

Wenn Wasser austritt oder Abwasser zurückläuft, zählt jede Minute. Sie brauchen keine komplizierten Erklärungen — sondern jemanden, der Verantwortung übernimmt.

Rufen Sie uns an. Wir kümmern uns darum.
Der erste Anruf und eine kurze telefonische Einschätzung sind selbstverständlich kostenlos.

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